Verdienste um Gleichstellung von Schwulen und Lesben gewürdigt

Landrat A. Müller (l), Astrid E. Schneider (m), Till Schneider (r)

Astrid E. Schneider ist vom CSD Siegen e.V. mit dem „Bunten Krönchen“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde im Rahmen des diesjährigen CSD erstmals verliehen. Mit ihm sollen künftig jedes Jahr Personen ausgezeichnet werden, die sich in der Region um die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Trans- und Intersexuellen in der Region verdient gemacht bzw. einen besonderen Beitrag zur selbstverständlichen Akzeptanz von gleichgeschlechtlich lebenden und liebenden Menschen im Alltag geleistet haben. Der Preis wurde vom Laudator und Schirmherrn, Landrat Andreas Müller, überreicht. Er erinnerte daran, dass Astrid E. Schneider vor ein paar Jahren ältere Schwule und Lesben einmal als die „unsichtbare Generation“ bezeichnet habe. „Eine Generation, die meist zurückgezogen oder sogar versteckt lebt. Sie selbst hat aktiv dazu beigetragen, dass diese unsichtbare Generation eben nicht mehr versteckt und zurückgezogen leben muss“, so Müller. Siegen sei die erste Stadt in Nordrhein-Westfalen, die in ihrem Altenplan ausdrücklich die Belange von gleichgeschlechtlich liebenden und lebenden Menschen mit aufgenommen und verankert hat. „Das ist vor allem den Bemühungen und der Arbeit von Astrid E. Schneider als Leiterin der Regiestelle Leben im Alter zu verdanken“, so Müller. Der Altenplan wurde im Mai 2012 vom Rat der Stadt Siegen verabschiedet. „Die Verankerung der Belange von Lesben und Schwulen war ein wichtiger Schritt, ein Türöffner, um z.B. Fördermittel für konkrete Projekte erhalten zu können“, unterstrich Müller in seiner Laudatio.In Ihren Bemühungen zur Verbesserung der Lebensqualität von älteren Schwulen und Lesben hat Astrid E. Schneider eng mit der Schwuleninitiative Siegen, kurz SIS, und der Landeskoordination für ältere Lesben und Schwule in NRW, RUBICON e.V., mit Sitz in Köln zusammengearbeitet. Vertreter all dieser Organisationen waren auch zum CSD nach Siegen gekommen, um bei der Preisverleihung dabei zu sein.Der Landrat rief auch die Podiumsdiskussion zum Thema „Anders altern – Sensibilisierung für ältere Schwule und Lesben“ in Erinnerung, die Astrid E. Schneider ausgerichtet hat. Ziel der Veranstaltung war es, Lösungsansätze zu finden, die in die Angebote von Kommunen, Verbänden und Dienstleistern einfließen können. Auf Initiative von Astrid E. Schneider trafen sich zudem am 23. September 2013 erstmals ältere Lesben und Schwule im „Haus Herbstzeitlos“. Die Gruppe „anders altern“ gibt es bis heute – und sie trifft sich an jedem zweiten Montag im Monat. Sie wird von Schwulen und Lesben aus der ganzen Region besucht. Darüber hinaus war Astrid E. Schneider landesweit hervorragend vernetzt und hat z.B. 2014 auf einem Fachtag in Bochum zum Thema  „Lesben und Schwule in der Seniorenarbeit“ über die Erfahrungen in Siegen berichtet.Fazit des Landrates: „Der CSD Siegen e.V. verleiht in diesem Jahr zum ersten Mal das ‚Bunte Krönchen‘ – und Astrid E. Schneider ist eine würdige erste Preisträgerin!“

 


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