Ältere Schwule aus NRW wollen noch sichtbarer werden

Vertreter aus den nordrheinwestfälischen Gruppen für älter Schwule trafen sich ein ganzes Wochenende in der Willi-Michels-Bildungsstätte in Hattingen. Inhaltlich vorbereitet wurde das Treffen auf zwei Samstagstreffs im Verlauf des Jahres in Essen und Duisburg. Die älteren Schwulen Männer wollen vor allem sichtbarer werden, sowohl auf den CSDs in NRW, aber auch in ihrem Wohnorten. Vielfach leben Schwule und Lesben ihr Leben mit gleichgesinnten ja an anderen Orten als am Wohnort. Aber auch im eigenen Lebensumfeld wollen sie offen und würdevoll leben können, wenn sie mal nicht mehr so mobil sein werden. Außerdem wollen sie andere, im eigenen Quartier noch versteckt lebende Gleichgesinnte auf die Angebote der Gruppen und Beratungsstellen hinweisen, um ihnen so ein unbeschwerteres Leben zu ermöglichen. Die Teilnehmenden erarbeiteten dazu – zum Teil anhand des Selbstverständnispapiers der neu gegründeten Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren (BISS) – Grundlagen für Flyer und Briefe an die Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung: Ziele, Angebote, Ansprechpersonen. All das soll in die gemeinsame Initiative einfließen. Gemeinsame Auftritte auf den CSDs in Essen und Siegen sind geplant. Die Fachberatung Immer dabei wird das Konzept auf dem nächsten Treffen der NRW-CSD-Veranstalter_innen vorstellen. Am zweiten Tag informierte der Koordinator der Seniorenbüros der Stadt Dortmund über die Arbeit von Seniorenbüros und Seniorenberatungsstellen. Die Gruppe gayandgray Dortmund berichtete über ein World-Cafe zum Thema „Was brauchen Lesben und Schwule im Alter“. Dieser Austauschabend fand im KCR Dortmund statt und ist ein Teil der Dortmunder Initiative „Seniorenbüros to go“ : die Dortmunder Community, die Stadt Dortmund, die Seniorenbüros und die Fachberatung Immerdabei wollen die Angebote der Seniorenbüros durch niedrigschwellige Veranstaltungen in den Dortmunder Stadtteilen vorstellen und hoffen so, mehr gleichgeschlechtlich orientierte Männer und Frauen zu erreichen . Die Mitarbeitenden der Seniorenbüros werden sich im Vorfeld weiter für die Gruppe der Schwulen und Lesben sensibilisieren. Weiteres Thema war die gemeinsame Fahrt im April nach Berlin. Schwule und Lesben aus ganz NRW sind von Volker Beck in die Hauptstadt eingeladen. Beim nächsten Vernetzungstreffen am 23. Januar 2016 im Cafeplus der Aidshilfe Dortmund geht es um die weitere Konkretisierung der Pläne für mehr Sichtbarkeit.


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