Was können Seniorenbüros für ältere Lesben und Schwule tun?

6.3.2014 Dortmund. Wie kann sich eine Altereinrichtung so positionieren, dass sie Akzeptanz findet bei Lesben und Schwulen? Wie lässt sich die Kommunikation zwischen hetero- und homosexuellen Senior_innen erleichtern? Solche und andere Fragen spielten eine Rolle bei der Diskussion, die die Landeskoordinator_innen mit Vertreter_innen der Dortmunder Seniorenbüros führten. Auf Einladung von Michael Grenz vom Fachdienst für Senioren waren Carolina Brauckmann und Georg Roth aus Köln angereist, um den 30 Teilnehmende, u.a. auch Gästen aus Bochum, über Geschichte und Lebenserfahrung von gleichgeschlechtlich orientierten Frauen und Männern zu berichten. Wie so häufig ging es um die Frage, was denn so anders sei, wenn Lesben und Schwule in die Jahre kommen. Sie sind, so Brauckmann und Roth, genauso gesund oder gebrechlich, genau so hellwach oder dement wie Heterosexuelle.  Und doch altern sie anders, denn sie müssen erfahren, dass ihr gelebtes Leben aufgrund von Tabus oder Unwissenheit in der Regel keinerlei Beachtung findet. Die Fragen, die sie hören möchten, werden nicht gestellt. Sie wollen erzählen können von ihrer Liebe zum gleichgeschlechtlichen Partner/in. Sie wollen sich wiederfinden in Bildern, Büchern, Theateraufführungen, Filmen, die in Kulturtreffs und Begegnungszentren gezeigt werden, die aber zu 99,9 Prozent heterosexuellen Alltag spiegeln. Sie wollen von ihren Ausflügen in die Milieu-Lokale der 60er Jahre schwärmen können und nicht nur das Enkelglück ihrer Mitalternden bewundern dürfen. Nach diesen eindrücklichen Beispielen überlegten die Beteiligten, welches die nächsten Schritten sein können in Dortmunder Seniorenarbeit. Erste Kontakte zum Dortmunder Lesben- und Schwulenzentrum (KCR)  bestehen bereits. Die gilt es auszubauen. (cb)


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